Schweizerische MaturitĂ€tsprĂŒfung · Grundlagenfach
Zellbiologie und Genetik
Diese Lernseite deckt die offiziellen Lernziele der Schweizerischen MaturitĂ€tsprĂŒfung im Bereich Zellbiologie und Genetik Schritt fĂŒr Schritt ab. Die ErklĂ€rungen sind so aufgebaut, dass du Begriffe zuerst verstehst, dann ZusammenhĂ€nge erkennst und anschliessend im Stil einer SMP-Aufgabe anwenden kannst.
Zellbiologie und Genetik
Von den MolekĂŒlen des Lebens ĂŒber den Zellaufbau bis zur klassischen und molekularen Genetik.
1MolekĂŒle des Lebenden
đŻ Lernziele
- Struktur der Kohlenhydrate, Lipide und Proteine beschreiben, ihre Rolle im Metabolismus erlÀutern
- Funktionsweise der Enzyme erklÀren
đ ErklĂ€rung
Lebende Zellen bestehen zu einem grossen Teil aus Wasser und aus organischen MolekĂŒlen. FĂŒr die SMP ist besonders wichtig, dass du nicht nur die Stoffklassen erkennst, sondern Struktur, Eigenschaften und Funktion miteinander verknĂŒpfen kannst.
Kohlenhydrate: schnelle und speicherbare Energie
Kohlenhydrate bestehen aus Zuckerbausteinen. Einfache Zucker wie Glucose sind Monosaccharide. Werden mehrere Zuckerbausteine verbunden, entstehen Disaccharide und Polysaccharide. Bei einer Kondensationsreaktion werden die Bausteine unter Wasserabspaltung verknĂŒpft; bei der Hydrolyse wird eine Bindung unter Wasseraufnahme gespalten.
Beispiele: Glucose dient als zentraler Ausgangsstoff der Zellatmung. StÀrke ist der typische Kohlenhydratspeicher der Pflanzen. Glykogen ist der wichtigste Kohlenhydratspeicher von Tieren, insbesondere in Leber und Muskeln. Cellulose ist ein Strukturstoff der pflanzlichen Zellwand.
| Kohlenhydrat | Typ | Bausteine | Vorkommen / Funktion |
|---|---|---|---|
| Glucose (Traubenzucker) | Monosaccharid | â | Blutzucker, Ausgangsstoff der Zellatmung, Produkt der Photosynthese |
| Fructose (Fruchtzucker) | Monosaccharid | â | FrĂŒchte, Honig |
| Saccharose (Haushaltszucker) | Disaccharid | Glucose + Fructose | Transportzucker der Pflanzen (ZuckerrĂŒbe, Zuckerrohr) |
| Lactose (Milchzucker) | Disaccharid | Glucose + Galactose | Milch |
| StÀrke | Polysaccharid | viele Glucose | Speicherstoff der Pflanzen (Kartoffel, Getreide) |
| Glykogen | Polysaccharid | viele Glucose, stark verzweigt | Speicherstoff von Tieren und Pilzen (Leber, Muskeln) |
| Cellulose | Polysaccharid | viele Glucose, gestreckte Ketten | GerĂŒststoff der pflanzlichen Zellwand; fĂŒr Menschen unverdaulich (Ballaststoff) |
Lipide: Energiespeicher und Membrambausteine
Lipide sind eine heterogene Stoffgruppe. FĂŒr den Schulstoff besonders wichtig sind Triglyceride und Phospholipide. Ein Triglycerid besteht aus Glycerin und drei FettsĂ€uren. Lange Kohlenwasserstoffketten machen viele Fette energiereich und schlecht wasserlöslich.
Phospholipide besitzen einen hydrophilen Kopf und hydrophobe FettsÀureschwÀnze. In Wasser ordnen sie sich zu einer Doppelschicht an. Diese Eigenschaft ist die Grundlage biologischer Membranen.
Fette sind der energiereichste Speicherstoff: Ein Gramm Fett liefert bei der Veratmung etwa 39 kJ, ein Gramm Kohlenhydrat oder Protein nur etwa 17 kJ. Deshalb speichern Tiere langfristige Energiereserven als Fett; zusĂ€tzlich isoliert Fett gegen KĂ€lte und polstert Organe. GesĂ€ttigte FettsĂ€uren (ohne Doppelbindungen) machen Fette bei Raumtemperatur fest (Butter), ungesĂ€ttigte (mit Doppelbindungen) flĂŒssig (Olivenöl).
Proteine: Form bestimmt Funktion
Proteine bestehen aus AminosÀuren, die zu Polypeptidketten verbunden sind. Die rÀumliche Struktur eines Proteins entsteht auf mehreren Ebenen: PrimÀr-, SekundÀr-, TertiÀr- und bei manchen Proteinen QuartÀrstruktur. Schon eine VerÀnderung der AminosÀuresequenz kann die Faltung und damit die Funktion beeinflussen.
Proteine ĂŒbernehmen sehr unterschiedliche Aufgaben: Sie können als Enzyme Reaktionen katalysieren, als Transportproteine Stoffe bewegen, als Rezeptoren Signale aufnehmen oder als Strukturproteine Gewebe stabilisieren.
Proteine bestehen aus 20 verschiedenen AminosĂ€uren, die ĂŒber Peptidbindungen verknĂŒpft sind. Ihre Form entsteht in vier Stufen:
- PrimĂ€rstruktur: die Reihenfolge (Sequenz) der AminosĂ€uren â festgelegt durch die DNA.
- SekundĂ€rstruktur: regelmĂ€ssige Faltungen wie die α-Helix (Schraube) oder das ÎČ-Faltblatt, stabilisiert durch WasserstoffbrĂŒcken.
- TertiÀrstruktur: die rÀumliche Gesamtform einer Polypeptidkette, stabilisiert durch Wechselwirkungen zwischen den Seitenketten.
- QuartÀrstruktur: der Zusammenschluss mehrerer Ketten, z. B. vier Ketten beim HÀmoglobin.
Enzyme: biologische Katalysatoren
Enzyme senken die Aktivierungsenergie einer Reaktion. Sie werden dabei nicht dauerhaft verbraucht. Das Substrat bindet an das aktive Zentrum des Enzyms. Dadurch entsteht ein Enzym-Substrat-Komplex. Die rĂ€umliche Passung wird hĂ€ufig mit dem SchlĂŒssel-Schloss-Modell oder moderner mit dem Induced-Fit-Modell veranschaulicht.
- Das Substrat trifft auf das Enzym.
- Es bindet am aktiven Zentrum.
- Das Enzym stabilisiert den Ăbergangszustand und senkt die Aktivierungsenergie.
- Das Produkt entsteht.
- Das Produkt löst sich; das Enzym kann erneut reagieren.
Die EnzymaktivitÀt hÀngt unter anderem von Temperatur, pH-Wert und Substratkonzentration ab. Bei zu hoher Temperatur können Proteine denaturieren. Ein pH-Wert ausserhalb des optimalen Bereichs kann die Ladungen und die rÀumliche Struktur des aktiven Zentrums verÀndern.
đ Wichtige Begriffe
- Monosaccharid
- Einzelner Zuckerbaustein, z. B. Glucose.
- Polysaccharid
- MakromolekĂŒl aus vielen Zuckerbausteinen, z. B. StĂ€rke.
- Triglycerid
- Lipid aus Glycerin und drei FettsÀuren.
- Phospholipid
- Membranlipid mit hydrophilem Kopf und hydrophoben SchwÀnzen.
- AminosÀure
- Baustein der Proteine.
- Denaturierung
- Verlust der natĂŒrlichen rĂ€umlichen Struktur eines Proteins.
- Enzym
- Biologischer Katalysator, meist ein Protein.
- Aktivierungsenergie
- Energiebarriere, die bei einer Reaktion ĂŒberwunden werden muss.
đ Zusammenfassung
- Kohlenhydrate dienen als Energiequelle, Speicher- oder Baustoffe.
- Lipide speichern viel Energie und bilden als Phospholipide zentrale Membranstrukturen.
- Proteine bestehen aus AminosĂ€uren und ĂŒbernehmen vielfĂ€ltige Aufgaben.
- Die rÀumliche Struktur eines Proteins hÀngt von seiner AminosÀuresequenz und den Wechselwirkungen zwischen den Bausteinen ab.
- Enzyme beschleunigen Reaktionen, indem sie die Aktivierungsenergie senken.
- Das aktive Zentrum bestimmt wesentlich, welche Substrate umgesetzt werden können.
- Temperatur und pH-Wert beeinflussen die EnzymaktivitÀt.
â PrĂŒfungsfragen
- Ordnen Sie StÀrke, Triglycerid, Cellulose und Protein einer Stoffklasse zu und nennen Sie jeweils eine biologische Funktion.
â Lösung
StÀrke: Kohlenhydrat, Energiespeicher der Pflanzen. Triglycerid: Lipid, langfristiger Energiespeicher. Cellulose: Kohlenhydrat, Strukturstoff der pflanzlichen Zellwand. Protein: Eiweissstoff aus AminosÀuren; Funktionen z. B. Enzym, Transport oder Struktur.
- ErklÀren Sie, warum ein Enzym bei starker ErwÀrmung seine Funktion verlieren kann.
â Lösung
Enzyme sind meist Proteine. Hohe Temperaturen können die Wechselwirkungen stabilisierender Strukturen stören. Das Protein entfaltet sich teilweise oder vollstÀndig, das aktive Zentrum verÀndert seine Form und das Substrat bindet nicht mehr passend.
- Ein Enzym arbeitet bei pH 7 optimal. Bei pH 2 sinkt die AktivitĂ€t stark. BegrĂŒnden Sie dies auf molekularer Ebene.
â Lösung
Der pH-Wert verÀndert die Protonierung und damit die Ladung bestimmter AminosÀurereste. Dadurch können sich Bindungen und Wechselwirkungen im Protein Àndern. Das aktive Zentrum kann seine rÀumliche Form oder Ladungsverteilung verlieren.
- Ein SchĂŒler behauptet: âEnzyme machen aus einer Reaktion mehr Energie.â Beurteilen Sie diese Aussage.
â Lösung
Die Aussage ist falsch. Enzyme verÀndern nicht die Energiemenge, die insgesamt bei einer Reaktion frei wird oder benötigt wird. Sie senken die Aktivierungsenergie und ermöglichen dadurch einen schnelleren Ablauf.
2Zellbau
đŻ Lernziele
- Bau der Prokaryoten- und Eukaryotenzelle anhand licht- und elektronenmikroskopischer Bilder erlÀutern
- pflanzliche und tierische Zellen vergleichen
- Aufgaben und Arbeitsweise der Zellbestandteile angeben
đ ErklĂ€rung
Die Zelle ist die kleinste Einheit, die alle grundlegenden Merkmale des Lebens in organisierter Form verwirklicht. Dabei gibt es zwei grundlegende Zelltypen: Prokaryoten und Eukaryoten.
Prokaryoten und Eukaryoten
Prokaryotische Zellen, zum Beispiel Bakterien, besitzen keinen Zellkern. Ihre DNA liegt im Zellplasma in einer Region, die als Nucleoid bezeichnet wird. Viele Bakterien besitzen zusĂ€tzlich kleine, ringförmige DNA-MolekĂŒle, die Plasmide. Eukaryotische Zellen besitzen dagegen einen membranbegrenzten Zellkern und mehrere membranumhĂŒllte Organellen.
Im Lichtmikroskop erkennst du vor allem grössere Strukturen wie Zellwand, Zellmembran, Chloroplasten oder den Zellkern. Mit dem Elektronenmikroskop lassen sich deutlich kleinere Strukturen und Membranen auflösen. FĂŒr PrĂŒfungsaufgaben ist deshalb wichtig, die Grössenordnung und typische Form der Strukturen zu erkennen.
| Objekt | typische Grösse | sichtbar mit |
|---|---|---|
| Pflanzenzelle | ca. 20â100 ”m | Lichtmikroskop |
| Tierzelle | ca. 10â30 ”m | Lichtmikroskop |
| Zellkern | ca. 5â10 ”m | Lichtmikroskop |
| Bakterium, Mitochondrium, Chloroplast | ca. 1â5 ”m | Lichtmikroskop (gerade noch), Details nur im Elektronenmikroskop |
| Ribosom | ca. 25 nm | nur Elektronenmikroskop |
| Biomembran | ca. 7â10 nm dick | nur Elektronenmikroskop |
1 mm = 1000 ”m, 1 ”m = 1000 nm. Das Lichtmikroskop löst bis etwa 0,2 ”m auf, das Elektronenmikroskop bis unter 1 nm.
Tierische und pflanzliche Zellen
đ± Tierzelle
- Zellmembran
- Zellkern
- Mitochondrien
- Ribosomen
- Endoplasmatisches Retikulum
- Golgi-Apparat
- keine Zellwand
- keine Chloroplasten
đż Pflanzenzelle
- Zellmembran
- stabile Zellwand
- Zellkern
- Mitochondrien
- Ribosomen
- Endoplasmatisches Retikulum
- Golgi-Apparat
- Chloroplasten und grosse Zentralvakuole
| Zellbestandteil | Aufgabe | Merksatz |
|---|---|---|
| Zellmembran | Abgrenzung, selektiver Stoffaustausch, Kommunikation | Kontrollierte Grenze |
| Zellwand | StabilitĂ€t und Schutz bei Pflanzen | Stabile AussenhĂŒlle |
| Zellkern | Beinhaltet den grössten Teil der DNA; steuert Genexpression | Informationszentrum |
| Ribosomen | Proteinsynthese | Protein-Fabrik |
| Raues ER | Herstellung und Transport bestimmter Proteine | Membran-Netz mit Ribosomen |
| Glattes ER | Lipidstoffwechsel, Entgiftung, Calcium-Speicher | Membran-Netz ohne Ribosomen |
| Golgi-Apparat | Modifiziert, sortiert und verpackt Zellprodukte | Post- und Versandzentrum |
| Mitochondrien | Zellatmung und ATP-Bildung | Energieumwandlung |
| Chloroplasten | Photosynthese | Lichtenergie nutzen |
| Vakuole | Speicherung, Wasserhaushalt, Turgor | FlĂŒssigkeitsspeicher |
| Lysosomen | Abbau von Zellbestandteilen und aufgenommenem Material | Abbau-Kompartiment |
Wie man Mikroskopiebilder liest
- Gesamtform prĂŒfen: Sind die Zellen eher rund, lĂ€nglich, eckig oder unregelmĂ€ssig?
- Begrenzungen suchen: Eine deutlich sichtbare feste Aussenbegrenzung spricht bei Pflanzen fĂŒr eine Zellwand.
- Farbige Strukturen zuordnen: Bei Pflanzen können grĂŒne Chloroplasten erkennbar sein.
- Grösste Strukturen erkennen: Ein auffÀlliger Zellkern ist hÀufig als dunklerer Bereich sichtbar.
- Auflösung berĂŒcksichtigen: Nicht jedes Organell ist mit dem Lichtmikroskop sichtbar.
đ Wichtige Begriffe
- Prokaryot
- Organismus mit prokaryotischer Zelle ohne membranumhĂŒllten Zellkern.
- Eukaryot
- Organismus mit Zellen mit Zellkern und membranumhĂŒllten Organellen.
- Organell
- Strukturell und funktionell abgegrenzter Bestandteil einer Eukaryotenzelle.
- Cytoplasma
- WÀssrige Grundsubstanz der Zelle mit gelösten Stoffen und Strukturen.
- Nucleoid
- Bereich einer Prokaryotenzelle, in dem die Haupt-DNA liegt.
- Plasmid
- Kleines, meist ringförmiges DNA-MolekĂŒl in vielen Bakterien.
- Turgor
- Innendruck der pflanzlichen Zelle, der durch Wasser in der Vakuole entsteht.
đ Zusammenfassung
- Prokaryoten besitzen keinen membranumhĂŒllten Zellkern; Eukaryoten schon.
- Pflanzenzellen haben zusÀtzlich Zellwand, Chloroplasten und eine grosse Zentralvakuole.
- Die Zellmembran kontrolliert den Stoffaustausch und ermöglicht Kommunikation.
- Ribosomen bauen Proteine auf, Mitochondrien sind zentral fĂŒr die Zellatmung.
- Der Golgi-Apparat verÀndert, sortiert und verpackt bestimmte Zellprodukte.
- Chloroplasten sind der Ort der Photosynthese in Pflanzenzellen.
- Bei Mikroskopiebildern muss die Auflösung des verwendeten Mikroskops berĂŒcksichtigt werden.
â PrĂŒfungsfragen
- Nennen Sie drei Merkmale, mit denen Sie eine typische Pflanzenzelle von einer tierischen Zelle unterscheiden können.
â Lösung
Zellwand, Chloroplasten und grosse Zentralvakuole sprechen fĂŒr eine Pflanzenzelle. Tierische Zellen besitzen diese Strukturen in dieser Form nicht.
- Ein elektronenmikroskopisches Bild zeigt eine Zelle ohne Zellkern, aber mit Ribosomen und einer ringförmigen DNA-Struktur. Ordnen Sie den Zelltyp zu und begrĂŒnden Sie.
â Lösung
Es handelt sich um eine prokaryotische Zelle. Das Fehlen eines membranumhĂŒllten Zellkerns und das Vorliegen ringförmiger DNA sind typische Merkmale vieler Bakterien.
- Welche Funktion hat der Golgi-Apparat und warum ist er fĂŒr exportierte Proteine wichtig?
â Lösung
Der Golgi-Apparat modifiziert, sortiert und verpackt Proteine. Proteine, die aus der Zelle exportiert werden sollen, passieren typischerweise den sekretorischen Weg ĂŒber das ER und den Golgi-Apparat und werden anschliessend in Vesikeln zur Zellmembran transportiert.
- Warum kann ein Lichtmikroskop nicht dieselben Details zeigen wie ein Elektronenmikroskop?
â Lösung
Die Auflösung eines Lichtmikroskops ist durch die WellenlÀnge des sichtbaren Lichts begrenzt. Elektronenmikroskope verwenden Elektronen und erreichen dadurch eine wesentlich höhere Auflösung.
3Zellstoffwechsel
đŻ Lernziele
- zentrale Schritte von Photosynthese, Zellatmung und alkoholischer GĂ€rung schildern, chemische Gesamtgleichungen angeben
- Rolle des ATP beschreiben
- SemipermeabilitĂ€t, Diffusion, Osmose und aktiven Transport erklĂ€ren und ihre Bedeutung fĂŒr den Zellstoffwechsel erlĂ€utern
- Prinzip der OberflÀchenvergrösserung an Beispielen erklÀren
đ ErklĂ€rung
Zellstoffwechsel umfasst die Gesamtheit der chemischen Reaktionen in einer Zelle. Dabei werden Stoffe aufgebaut, umgewandelt oder abgebaut und Energie wird in Formen ĂŒberfĂŒhrt, die fĂŒr die Zelle nutzbar sind.
Photosynthese
In der Photosynthese nutzen Pflanzen Lichtenergie, um aus Kohlendioxid und Wasser energiereiche organische Stoffe aufzubauen. Die Lichtreaktionen finden an den Membranen der Thylakoide statt. Dabei wird Lichtenergie in chemisch nutzbare Formen ĂŒberfĂŒhrt; Wasser liefert Elektronen und Sauerstoff wird als Nebenprodukt frei. Im Calvin-Zyklus des Stromas wird CO2 gebunden und unter Verbrauch von ATP und ReduktionsĂ€quivalenten in organische MolekĂŒle ĂŒberfĂŒhrt.
Zellatmung
Bei der Zellatmung wird die in organischen Stoffen gespeicherte Energie schrittweise nutzbar gemacht. Die Glykolyse findet im Cytoplasma statt und spaltet Glucose in Pyruvat. Anschliessend werden bei eukaryotischen Zellen weitere Schritte in den Mitochondrien durchgefĂŒhrt: Pyruvat wird umgebaut, im Citratzyklus werden energiereiche ElektronenĂŒbertrĂ€ger gebildet, und in der Atmungskette wird ein Protonengradient aufgebaut. Die ATP-Synthase nutzt diesen Gradienten zur Bildung von ATP. Sauerstoff ist am Ende der aeroben Atmung der finale Elektronenakzeptor.
Alkoholische GĂ€rung
Wenn kein Sauerstoff als finaler Elektronenakzeptor verfĂŒgbar ist, können bestimmte Organismen und Zellen Energie durch GĂ€rung gewinnen. Bei der alkoholischen GĂ€rung wird Pyruvat zunĂ€chst decarboxyliert; anschliessend entsteht aus dem Zwischenprodukt Ethanol. Entscheidend ist, dass dabei NAD+ zurĂŒckgewonnen wird, damit die Glykolyse weiterlaufen kann.
ATP: unmittelbare EnergiewÀhrung der Zelle
ATP (Adenosintriphosphat) speichert chemisch nutzbare Energie in einem leicht ĂŒbertragbaren System. Durch Hydrolyse entsteht ADP und anorganisches Phosphat. Die frei werdende Energie kann mit endergonen Zellprozessen gekoppelt werden, zum Beispiel mit aktivem Transport oder Biosynthesen.
Membranen: kontrollierter Stoffaustausch
Biologische Membranen sind semipermeabel bzw. selektiv permeabel: Nicht jede Substanz kann sie gleich gut passieren. Kleine unpolare MolekĂŒle wie Sauerstoff oder Kohlendioxid können die Lipiddoppelschicht vergleichsweise leicht durchqueren; Ionen und viele polare MolekĂŒle benötigen hĂ€ufig Transportproteine.
Diffusion
Teilchen bewegen sich aufgrund zufÀlliger Teilchenbewegung netto vom Bereich hoher zur tieferen Konzentration.
Osmose
Diffusion von Wasser durch eine selektiv permeable Membran in Richtung des höheren Gehalts osmotisch wirksamer Stoffe.
Aktiver Transport
Stofftransport gegen einen Konzentrations- bzw. elektrochemischen Gradienten unter Energieaufwand, oft ĂŒber ATP.
Aufgebaut ist jede Biomembran nach dem FlĂŒssig-Mosaik-Modell: Eine Doppelschicht aus Phospholipiden â die hydrophilen Köpfe nach aussen, die hydrophoben SchwĂ€nze nach innen â bildet eine flĂŒssige Grundstruktur, in der Proteine wie Mosaiksteine schwimmen. Kanalproteine bilden Poren fĂŒr bestimmte Ionen, Carrierproteine transportieren gezielt einzelne MolekĂŒle (z. B. Glucose), Pumpen wie die Natrium-Kalium-Pumpe arbeiten unter ATP-Verbrauch. An der Aussenseite tragen viele Proteine und Lipide Zuckerketten, an denen sich Zellen erkennen (z. B. die Blutgruppen-Antigene). Grosse Partikel nimmt die Zelle durch EinstĂŒlpung der Membran auf (Endocytose) und gibt Stoffe in Vesikeln nach aussen ab (Exocytose).
OberflÀchenvergrösserung
Eine grössere OberflĂ€che bei gleichem Volumen verbessert den Stoffaustausch. Deshalb besitzen biologische Strukturen hĂ€ufig Faltungen oder AusstĂŒlpungen. Beispiele sind Darmzotten und Mikrovilli im DĂŒnndarm, Alveolen in der Lunge und die stark gefaltete innere Membran von Mitochondrien mit den Cristae.
Das zugrunde liegende Prinzip: Die OberflÀche wÀchst stÀrker als das Volumen, wenn eine Struktur in kleinere, gefaltete oder verzweigte Einheiten gegliedert wird. Dadurch können mehr Transportproteine oder ReaktionsflÀchen pro Volumen vorhanden sein.
đ Wichtige Begriffe
- Metabolismus
- Gesamtheit der chemischen Reaktionen in einem Organismus oder einer Zelle.
- Photosynthese
- Aufbau organischer Stoffe aus CO2 und Wasser unter Nutzung von Lichtenergie.
- Zellatmung
- Schrittweiser Abbau energiereicher Stoffe zur ATP-Bildung, bei aerober Atmung unter Verbrauch von O2.
- GĂ€rung
- Abbau organischer Stoffe ohne Nutzung einer Atmungskette mit O2 als finalem Elektronenakzeptor.
- ATP
- Adenosintriphosphat; direkt nutzbarer EnergietrĂ€ger fĂŒr viele Zellprozesse.
- SemipermeabilitÀt
- Selektive DurchlÀssigkeit einer Membran.
- Diffusion
- Nettoausbreitung von Teilchen entlang eines KonzentrationsgefÀlles.
- Osmose
- Diffusion von Wasser durch eine selektiv permeable Membran.
- Aktiver Transport
- EnergieabhÀngiger Transport gegen einen Gradienten.
đ Zusammenfassung
- Photosynthese speichert Lichtenergie in organischen Stoffen.
- Zellatmung setzt die gespeicherte Energie schrittweise frei und erzeugt ATP.
- Alkoholische GÀrung ermöglicht bei geeigneten Organismen die Regeneration von NAD+ ohne aerobe Atmung.
- ATP koppelt Energie liefernde und Energie verbrauchende Prozesse.
- Diffusion erfolgt netto entlang des KonzentrationsgefÀlles.
- Osmose beschreibt den Wassertransport durch eine selektiv permeable Membran.
- Aktiver Transport benötigt Energie und kann Stoffe gegen ihren Gradienten bewegen.
- OberflÀchenvergrösserung verbessert Austausch- und Reaktionsmöglichkeiten.
â PrĂŒfungsfragen
- Geben Sie die Gesamtgleichung der Photosynthese an und nennen Sie den Ort der Lichtreaktionen.
â Lösung
6 CO2 + 6 H2O + Lichtenergie â C6H12O6 + 6 O2. Die Lichtreaktionen laufen an den Thylakoidmembranen der Chloroplasten ab.
- Warum kann eine Pflanzenzelle bei fehlendem Sauerstoff auf GĂ€rung umschalten?
â Lösung
Ohne ausreichenden Sauerstoff kann die aerobe Atmungskette nicht normal weiterlaufen. Durch alkoholische GÀrung wird NAD+ regeneriert, sodass die Glykolyse und damit eine kleine ATP-Produktion aufrechterhalten werden können.
- Eine tierische Zelle wird in eine stark hypotonische Lösung gelegt. Beschreiben Sie die Wasserbewegung und die mögliche Folge.
â Lösung
Wasser tritt osmotisch in die Zelle ein, weil ausserhalb weniger osmotisch wirksame Teilchen vorliegen. Eine tierische Zelle kann anschwellen und im Extremfall platzen, da ihr eine feste Zellwand fehlt.
- ErklÀren Sie, weshalb die innere Membran des Mitochondriums stark gefaltet ist.
â Lösung
Die Faltungen vergrössern die MembranoberflĂ€che. Dadurch stehen mehr Membranproteine der Atmungskette und mehr ATP-Synthase fĂŒr die oxidative Phosphorylierung zur VerfĂŒgung.
- Unterscheiden Sie passiven und aktiven Transport in Bezug auf Richtung und Energiebedarf.
â Lösung
Passiver Transport erfolgt ohne direkten Energieaufwand durch die Zelle entlang eines chemischen oder elektrochemischen Gradienten. Aktiver Transport kann Stoffe gegen ihren Gradienten bewegen und benötigt dafĂŒr Energie, hĂ€ufig aus ATP oder aus einem gekoppelten Ionengradienten.
4Zellteilungen
đŻ Lernziele
- Phasen und Verlauf von Zellzyklus und Mitose beschreiben
- Meiose: Bedeutung fĂŒr die sexuelle Fortpflanzung, Unterschiede zur Mitose
- Genommutationen (Trisomien, Monosomien) im Karyogramm erkennen und ihre Bedeutung erklÀren
đ ErklĂ€rung
Zellzyklus
Der Zellzyklus beschreibt die Abfolge von Wachstum, DNA-Verdopplung und Zellteilung. In der G1-Phase wĂ€chst die Zelle und erfĂŒllt ihre Aufgaben. In der S-Phase wird die DNA repliziert. In der G2-Phase bereitet sich die Zelle auf die Teilung vor. Die M-Phase umfasst Mitose und Zellteilung.
Mitose: zwei genetisch möglichst gleiche Tochterzellen
Vor der Mitose wurde die DNA bereits repliziert. Jedes Chromosom besteht deshalb zunÀchst aus zwei Schwesterchromatiden. Die Chromosomen werden kondensiert, an den Spindelapparat gebunden und geordnet. Danach werden die Schwesterchromatiden getrennt und auf die beiden entstehenden Zellkerne verteilt.
- Prophase: Chromatin kondensiert zu Chromosomen; Spindelapparat bildet sich.
- Metaphase: Chromosomen ordnen sich in der Ăquatorialebene an.
- Anaphase: Schwesterchromatiden werden getrennt und zu entgegengesetzten Polen gezogen.
- Telophase: Neue KernhĂŒllen bilden sich; Chromosomen entspiralisiert.
- Cytokinese: Das Cytoplasma wird geteilt; zwei Tochterzellen entstehen.
Meiose: Halbierung des Chromosomensatzes und Neukombination
Die Meiose erzeugt bei der sexuellen Fortpflanzung haploide Keimzellen. Nach einer DNA-Replikation folgen zwei Teilungen. In der ersten Teilung werden homologe Chromosomen getrennt. In der zweiten Teilung werden Schwesterchromatiden getrennt.
Ein zentraler Unterschied zur Mitose ist die genetische Vielfalt. In der Prophase I können homologe Chromosomen StĂŒcke austauschen (Crossing-over). ZusĂ€tzlich werden die homologen Chromosomen bei ihrer Ausrichtung unabhĂ€ngig voneinander verteilt. Dadurch entstehen genetisch unterschiedliche Keimzellen.
| Merkmal | Mitose | Meiose |
|---|---|---|
| Zahl der Teilungen | 1 | 2 |
| Resultat | 2 Tochterzellen | 4 haploide Zellen |
| Chromosomensatz | bleibt grundsÀtzlich erhalten | wird halbiert |
| Genetische Ăhnlichkeit | Tochterzellen weitgehend genetisch identisch | genetisch unterschiedlich |
| Funktion | Wachstum, Erneuerung, ungeschlechtliche Vermehrung bei manchen Organismen | Bildung von Keimzellen, sexuelle Fortpflanzung |
Genommutationen: Trisomie und Monosomie
Bei einer Genommutation verÀndert sich die Anzahl von Chromosomen. Eine Trisomie liegt vor, wenn ein Chromosom dreifach statt zweifach vorhanden ist. Eine Monosomie bedeutet, dass ein Chromosom nur einmal statt zweimal vorhanden ist.
Eine hÀufige Ursache ist eine Fehlverteilung homologer Chromosomen oder Schwesterchromatiden wÀhrend der Meiose, die sogenannte Non-Disjunction. Dadurch können Keimzellen mit einem zusÀtzlichen oder fehlenden Chromosom entstehen.
Im Karyogramm werden Chromosomen nach Grösse und Struktur zu Paaren angeordnet. Eine Trisomie erkennt man daran, dass an einem Chromosomenplatz drei statt zwei homologe Chromosomen liegen. Eine Monosomie zeigt dort nur ein Chromosom.
| Genommutation | Karyotyp | Bedeutung |
|---|---|---|
| Trisomie 21 (Down-Syndrom) | 47,XX,+21 bzw. 47,XY,+21 | hÀufigste lebensfÀhige Trisomie; verzögerte Entwicklung, typische Gesichtsmerkmale, oft Herzfehler; Risiko steigt mit dem Alter der Mutter |
| Trisomie 18 (Edwards-Syndrom) | 47,+18 | schwere Fehlbildungen; die meisten Kinder sterben im ersten Lebensjahr |
| Trisomie 13 (PĂ€tau-Syndrom) | 47,+13 | schwere Fehlbildungen (Gehirn, Herz, Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte); sehr geringe Lebenserwartung |
| Klinefelter-Syndrom | 47,XXY | mÀnnlich, oft gross gewachsen, meist unfruchtbar; hÀufig erst spÀt erkannt |
| Turner-Syndrom (Monosomie X) | 45,X0 | einzige lebensfĂ€hige Monosomie beim Menschen; weiblich, kleinwĂŒchsig, meist unfruchtbar |
Monosomien von Autosomen (Nicht-Geschlechtschromosomen) sind beim Menschen nicht lebensfĂ€hig â solche Embryonen gehen sehr frĂŒh zugrunde. Auch die meisten Trisomien enden als Fehlgeburt; nur Trisomie 21, 18 und 13 sowie Abweichungen bei den Geschlechtschromosomen kommen bei Neugeborenen vor.
đ Wichtige Begriffe
- Chromatin
- DNA und zugehörige Proteine im Zellkern.
- Chromosom
- Stark kondensierte Form des Chromatins wÀhrend der Zellteilung.
- Schwesterchromatiden
- Identische DNA-Kopien eines replizierten Chromosoms.
- Homologe Chromosomen
- Chromosomenpaar mit gleichen Genorten, je eines von Mutter und Vater.
- Diploid
- Zellkern mit zwei homologen ChromosomensÀtzen.
- Haploid
- Zellkern mit einem Chromosomensatz.
- Crossing-over
- Austausch von DNA-Abschnitten zwischen homologen Chromosomen in der Prophase I der Meiose.
- Non-Disjunction
- Fehlende Trennung von Chromosomen oder Chromatiden wÀhrend einer Teilung.
đ Zusammenfassung
- Der Zellzyklus umfasst G1, S, G2 und M.
- In der S-Phase wird die DNA repliziert.
- Mitose trennt Schwesterchromatiden und fĂŒhrt zu zwei Tochterzellen.
- Meiose besteht aus zwei Teilungen nach einer DNA-Replikation.
- In Meiose I werden homologe Chromosomen getrennt, in Meiose II Schwesterchromatiden.
- Crossing-over und unabhÀngige Verteilung homologer Chromosomen erzeugen Vielfalt.
- Trisomie bedeutet drei Kopien eines Chromosoms, Monosomie eine Kopie.
â PrĂŒfungsfragen
- Ordnen Sie S-Phase und Metaphase der Mitose chronologisch ein und erklÀren Sie, was mit der DNA in der S-Phase geschieht.
â Lösung
Die S-Phase findet vor der Mitose statt. In ihr wird die DNA repliziert, sodass jedes Chromosom anschliessend aus zwei Schwesterchromatiden besteht. In der Metaphase richten sich diese replizierten Chromosomen in der Ăquatorialebene aus.
- Warum sind die Tochterzellen einer Mitose genetisch weitgehend gleich, wÀhrend die Produkte der Meiose unterschiedlich sind?
â Lösung
Bei der Mitose werden identische Schwesterchromatiden auf zwei Tochterzellen verteilt. Die Meiose erzeugt durch Crossing-over und unabhÀngige Verteilung homologer Chromosomen neue Kombinationen von Allelen.
- In einem Karyogramm findet sich bei Chromosom 21 nicht ein Paar, sondern drei Chromosomen. Wie heisst die VerÀnderung?
â Lösung
Es handelt sich um eine Trisomie 21. Die Chromosomenzahl ist an diesem Chromosomenplatz um eins erhöht.
- ErklĂ€ren Sie, wie eine Non-Disjunction in der Meiose zu einer Trisomie fĂŒhren kann.
â Lösung
Wenn homologe Chromosomen oder Schwesterchromatiden nicht korrekt getrennt werden, kann eine Keimzelle ein zusÀtzliches Chromosom erhalten. Verschmilzt sie mit einer normalen haploiden Keimzelle, besitzt die entstehende Zygote an diesem Chromosomenplatz drei Kopien.
5Klassische Genetik
đŻ Lernziele
- Mendel'sche Regeln 1 und 2 angeben und anwenden
- Gen/Allel, Genotyp/PhÀnotyp definieren und anwenden
- monogene Erbkrankheiten nennen
- Stammbaumanalysen (autosomal und X-chromosomal) durchfĂŒhren
- Vererbung des Geschlechts beim Menschen erklÀren
- Mendel'sche Regel 3 anwenden (dihybrid, ohne Koppelung und Crossing-over)
đ ErklĂ€rung
Klassische Genetik untersucht, wie Merkmale ĂŒber Generationen vererbt werden. FĂŒr die SMP ist besonders wichtig, dass du zwischen Gen, Allel, Genotyp und PhĂ€notyp sauber unterscheidest und Kreuzungen sowie StammbĂ€ume rechnerisch und logisch auswertest.
Gen und Allel
Ein Gen ist ein DNA-Abschnitt, der Information fĂŒr ein funktionelles Produkt trĂ€gt. Ein Allel ist eine Variante eines Gens. An einem Genort können in einer Population mehrere Allele vorkommen; ein diploides Individuum besitzt davon grundsĂ€tzlich zwei Allele pro Genort, eines mĂŒtterlicher und eines vĂ€terlicher Herkunft.
Der Genotyp beschreibt die Allelkombination eines Individuums, der PhÀnotyp die beobachtbaren Merkmale. Der PhÀnotyp entsteht aus dem Zusammenspiel von Genotyp und Umweltbedingungen.
Mendelsche Regel 1: UniformitÀtsregel
Kreuzt man zwei reinerbige Eltern, die sich in einem Merkmal unterscheiden, sind die Individuen der F1-Generation bezĂŒglich dieses betrachteten Merkmals uniform. In einem einfachen dominant-rezessiven Modell sind alle F1-Nachkommen phĂ€notypisch gleich und besitzen denselben Genotyp.
Gregor Mendel (1822â1884), ein Augustinermönch in BrĂŒnn, kreuzte ĂŒber acht Jahre Tausende Erbsenpflanzen und zĂ€hlte die Nachkommen genau aus. Er wĂ€hlte sieben Merkmale mit klar unterscheidbaren AusprĂ€gungen (z. B. gelbe oder grĂŒne Samen, glatte oder runzlige Samen, violette oder weisse BlĂŒten) und arbeitete mit reinerbigen Linien. Seine Ergebnisse fasste er in den nach ihm benannten Regeln zusammen â lange bevor man Chromosomen oder DNA kannte.
Beispiel: A = dominant, a = rezessiv. Kreuzung AA Ă aa ergibt nur Aa.
Mendelsche Regel 2: Spaltungsregel
Kreuzt man die heterozygoten F1-Individuen, spaltet sich der Genotyp in einem einfachen monohybriden dominant-rezessiven Modell im VerhÀltnis 1 : 2 : 1 auf. Der PhÀnotyp spaltet sich im klassischen Modell 3 : 1.
Punnett-Quadrat: Aa Ă Aa
| Ă | A | a |
|---|---|---|
| A | AA | Aa |
| a | Aa | aa |
Genotypen: 25 % AA, 50 % Aa, 25 % aa. Bei vollstÀndiger Dominanz: 75 % dominanter PhÀnotyp, 25 % rezessiver PhÀnotyp.
Monogene Erbkrankheiten
Eine monogene Erbkrankheit wird wesentlich durch Varianten eines einzigen Gens verursacht. Beispiele sind zystische Fibrose (autosomal-rezessiv), Huntington-Krankheit (autosomal-dominant), Phenylketonurie (autosomal-rezessiv) und HĂ€mophilie A (X-chromosomal-rezessiv).
Stammbaumanalyse: Schritt fĂŒr Schritt
- Ist das Merkmal in jeder Generation sichtbar oder kann es Generationen ĂŒberspringen?
- Sind MĂ€nner und Frauen Ă€hnlich hĂ€ufig betroffen? Das spricht eher fĂŒr einen autosomalen Erbgang.
- Gibt es eine eindeutige Vater-Sohn-Ăbertragung? Dann ist ein X-chromosomaler Erbgang ausgeschlossen, weil VĂ€ter ihren Söhnen das Y-Chromosom vererben.
- Bei einem X-chromosomal-rezessiven Erbgang sind betroffene MÀnner hÀufig, weil sie nur ein X-Chromosom besitzen.
- Setze anschliessend mögliche Genotypen ein und prĂŒfe jede Familienbeziehung.
Geschlechtsbestimmung beim Menschen
Beim Menschen besitzen typische Körperzellen 46 Chromosomen, darunter ein Paar Geschlechtschromosomen. Eine Eizelle trÀgt ein X-Chromosom. Spermien tragen je nach Entstehung entweder X oder Y. Bei der Befruchtung entsteht daher im vereinfachten Modell entweder XX oder XY.
FĂŒr klassische Mendelaufgaben wird dies hĂ€ufig als 1:1-Möglichkeit der beiden Kombinationen modelliert. Diese Darstellung ist eine vereinfachte genetische Grundidee und beschreibt nicht alle biologischen Varianten der Geschlechtsentwicklung.
Mendelsche Regel 3: UnabhÀngigkeitsregel
Werden zwei Merkmale gleichzeitig betrachtet, können sich ihre Allele unabhĂ€ngig voneinander verteilen, wenn die zugrunde liegenden Gene nicht gekoppelt sind. Beim klassischen dihybriden Kreuzungsschema AaBb Ă AaBb entsteht fĂŒr die PhĂ€notypen bei vollstĂ€ndiger Dominanz und unabhĂ€ngiger Verteilung das VerhĂ€ltnis 9 : 3 : 3 : 1.
Die Vorgabe ohne Koppelung und Crossing-over bedeutet: Behandle die beiden Genpaare so, als lÀgen sie unabhÀngig vor. Bei Genen auf demselben Chromosom wÀre die Situation anders.
Dihybride Kreuzung: AaBb Ă AaBb
| Ă | AB | Ab | aB | ab |
|---|---|---|---|---|
| AB | AABB | AABb | AaBB | AaBb |
| Ab | AABb | AAbb | AaBb | Aabb |
| aB | AaBB | AaBb | aaBB | aaBb |
| ab | AaBb | Aabb | aaBb | aabb |
PhÀnotypen im klassischen Modell: 9 A_B_ : 3 A_bb : 3 aaB_ : 1 aabb.
đ§Ź Stammbaumaufgabe
Bei einer autosomal-dominant vererbten Erkrankung ist A das krankheitsverursachende dominante Allel und a das normale Allel. Eine betroffene Mutter hat mit einem gesunden Vater zwei Kinder. Ein Kind ist betroffen, eines gesund.
Aufgabe: Bestimmen Sie die wahrscheinlichsten Genotypen der beiden Eltern und geben Sie die Wahrscheinlichkeit an, dass ein weiteres Kind betroffen wÀre.
â Lösung anzeigen
Der gesunde Vater muss aa sein. Die betroffene Mutter kann nicht AA sein, denn mit aa wĂ€ren dann alle Kinder betroffen. Sie ist daher Aa. Kreuzung Aa Ă aa ergibt 50 % Aa (betroffen) und 50 % aa (gesund). FĂŒr ein weiteres Kind betrĂ€gt die Wahrscheinlichkeit im vereinfachten Mendel-Modell somit 50 %.
đ Wichtige Begriffe
- Gen
- DNA-Abschnitt mit Information fĂŒr ein funktionelles Produkt.
- Allel
- Variante eines Gens.
- Genotyp
- Allelkombination eines Individuums.
- PhÀnotyp
- Beobachtbare Merkmale eines Individuums.
- homozygot
- Beide Allele eines Genorts sind gleich.
- heterozygot
- Die beiden Allele eines Genorts sind verschieden.
- dominant
- Allel, dessen Wirkung im heterozygoten Zustand im klassischen Modell im PhÀnotyp sichtbar ist.
- rezessiv
- Allel, dessen Wirkung im klassischen Modell bei Heterozygotie nicht sichtbar ist.
- autosomal
- Ein Gen liegt auf einem Nicht-Geschlechtschromosom.
- X-chromosomal
- Ein Gen liegt auf dem X-Chromosom.
đ Zusammenfassung
- Mendelsche Regel 1 beschreibt die UniformitÀt einer F1-Generation aus reinerbigen Eltern.
- Mendelsche Regel 2 fĂŒhrt bei Aa Ă Aa im klassischen Modell zum GenotypverhĂ€ltnis 1:2:1 und PhĂ€notypverhĂ€ltnis 3:1.
- Gen, Allel, Genotyp und PhĂ€notyp mĂŒssen klar unterschieden werden.
- Monogene Erbkrankheiten lassen sich auf Varianten eines Gens zurĂŒckfĂŒhren.
- StammbĂ€ume werden ĂŒber Generationen, Geschlecht, Betroffenheit und mögliche Genotypen analysiert.
- Beim vereinfachten XY-Modell liefert die Eizelle X, das Spermium X oder Y.
- Mendelsche Regel 3 gilt in der klassischen Aufgabe bei unabhÀngiger Verteilung nicht gekoppelter Gene.
â PrĂŒfungsfragen
- Bei einer Kreuzung Aa Ă Aa: Wie gross ist die Wahrscheinlichkeit fĂŒr aa? Wie gross ist sie fĂŒr den dominanten PhĂ€notyp bei vollstĂ€ndiger Dominanz?
â Lösung
aa tritt mit 25 % auf. Der dominante PhÀnotyp tritt bei AA und Aa auf, also mit 75 %.
- ErklÀren Sie den Unterschied zwischen Genotyp und PhÀnotyp anhand des Beispiels einer monogenen Erkrankung.
â Lösung
Der Genotyp beschreibt die vorhandenen Allele, zum Beispiel Aa. Der PhĂ€notyp beschreibt das beobachtbare Merkmal bzw. den Krankheitsstatus. Bei einem dominanten Allel kann ein heterozygoter Genotyp Aa bereits zum betroffenen PhĂ€notyp fĂŒhren.
- Welche Beobachtung in einem Stammbaum spricht gegen einen X-chromosomalen Erbgang?
â Lösung
Eine eindeutige Vater-Sohn-Ăbertragung spricht gegen einen X-chromosomalen Erbgang, weil ein Vater seinem Sohn das Y-Chromosom und nicht sein X-Chromosom vererbt.
- Bei AaBb à AaBb: Wie lautet das erwartete PhÀnotypverhÀltnis im klassischen Modell ohne Koppelung und Crossing-over?
â Lösung
9 : 3 : 3 : 1.
- Warum kann ein Mann bei einem X-chromosomal-rezessiven Merkmal nicht âheterozygotâ sein?
â Lösung
Ein Mann besitzt im vereinfachten XY-Modell nur ein X-Chromosom und damit nur ein Allel fĂŒr ein X-chromosomales Gen. Es gibt dort also nicht zwei X-Allele, zwischen denen er heterozygot sein könnte.
6Molekulargenetik
đŻ Lernziele
- Bestandteile und Struktur der DNA (ohne chemische Formeln) erklÀren
- Replikation beschreiben
- Transkription, genetischer Code und Translation erlÀutern
- Zustandekommen und Bedeutung von Genmutationen erklÀren
- Prinzip gentechnischer Verfahren schildern, je ein Beispiel mit Bakterien und mit Pflanzen (transgene Organismen)
đ ErklĂ€rung
DNA: Information in einer Doppelhelix
DNA steht fĂŒr DesoxyribonukleinsĂ€ure. Sie besteht aus vielen Nucleotiden. Jedes Nucleotid enthĂ€lt den Zucker Desoxyribose, eine Phosphatgruppe und eine Base. Die vier Basen sind Adenin (A), Thymin (T), Guanin (G) und Cytosin (C).
Zwei DNA-StrÀnge sind antiparallel angeordnet und bilden eine Doppelhelix. Die Basen paaren sich komplementÀr: A mit T und G mit C. Dadurch enthÀlt jeder Strang die Information, die zur Rekonstruktion des Gegenstrangs benötigt wird.
Replikation: DNA wird vor der Zellteilung verdoppelt
- Die DNA-Doppelhelix wird lokal geöffnet.
- Die beiden ursprĂŒnglichen StrĂ€nge dienen als Vorlagen.
- Freie Nucleotide werden nach dem Prinzip der komplementÀren Basenpaarung angeordnet.
- Enzyme verbinden die neuen Nucleotide zu neuen DNA-StrÀngen.
- Es entstehen zwei DNA-DoppelstrÀnge, die jeweils aus einem alten und einem neu gebildeten Strang bestehen.
Dieses Prinzip wird als semikonservativ bezeichnet. Die Replikation muss sehr genau sein, weil Fehler zu Mutationen fĂŒhren können.
Die wichtigsten Enzyme dabei: Die Helicase trennt die beiden StrĂ€nge wie einen Reissverschluss, die DNA-Polymerase fĂŒgt die passenden Nucleotide an und kontrolliert die Paarung. Da sie nur in eine Richtung arbeiten kann, wird ein Strang fortlaufend, der andere in kurzen StĂŒcken kopiert, die die Ligase verbindet. Nach allen Korrekturen bleibt nur etwa ein Fehler pro Milliarde eingebauter Basen.
Vom Gen zur RNA: Transkription
Bei der Transkription wird die Information eines DNA-Abschnitts in eine RNA-Kopie ĂŒbertragen. Die DNA wird in diesem Bereich geöffnet; ein DNA-Strang dient als Vorlage. Es entsteht eine komplementĂ€re mRNA. In RNA wird anstelle von Thymin Uracil (U) verwendet.
Bei Eukaryoten findet die Transkription im Zellkern statt. Die mRNA wird anschliessend aus dem Zellkern ins Cytoplasma transportiert, wo Ribosomen sie fĂŒr die Translation nutzen.
Genetischer Code
Die mRNA wird in Dreiergruppen gelesen. Eine solche Dreiergruppe heisst Codon. Jedes Codon steht fĂŒr eine AminosĂ€ure oder fĂŒr ein Stoppsignal. Weil es 64 mögliche Codons, aber nur 20 StandardaminosĂ€uren gibt, ist der genetische Code degeneriert: Mehrere Codons können dieselbe AminosĂ€ure codieren.
Das Codon AUG dient in der Regel als Startcodon und codiert fĂŒr Methionin. Stopcodons signalisieren das Ende der Translation.
Der Code ist universell â fast alle Lebewesen verwenden dieselbe Zuordnung (deshalb kann ein Bakterium menschliches Insulin herstellen). Er ist eindeutig (jedes Codon steht fĂŒr genau eine AminosĂ€ure) und wird ohne LĂŒcken und ohne Ăberlappung gelesen. Die Codesonne liest man von innen nach aussen: Die erste Base des Codons steht im innersten Ring, die dritte im Ă€ussersten. Beispiel: G â C â U â Alanin.
Translation: Proteinaufbau am Ribosom
- Die mRNA bindet an ein Ribosom.
- Das Ribosom liest ein Codon nach dem anderen.
- tRNAs bringen die jeweils passende AminosÀure zum Ribosom.
- Die AminosĂ€uren werden zu einer Polypeptidkette verknĂŒpft.
- Am Stopcodon endet die Synthese; die Polypeptidkette wird freigesetzt.
Genmutationen
Genmutationen verĂ€ndern die Basensequenz innerhalb eines Gens. Sie können spontan entstehen, etwa durch Fehler bei der DNA-Replikation, oder durch mutagene EinflĂŒsse begĂŒnstigt werden. FĂŒr die Bedeutung ist entscheidend, welche Stelle betroffen ist und ob die VerĂ€nderung die Funktion des Genprodukts beeinflusst.
Substitution
Eine Base wird durch eine andere ersetzt. Das kann ohne AminosÀureÀnderung bleiben, eine andere AminosÀure verursachen oder ein Stopcodon erzeugen.
Insertion
Eine oder mehrere Basen werden eingefĂŒgt. Ist die Zahl nicht durch drei teilbar, kann sich das Leseraster verschieben.
Deletion
Eine oder mehrere Basen werden entfernt. Auch hier kann eine Rasterverschiebung entstehen.
Eine Mutation ist nicht automatisch schÀdlich. Sie kann neutral, schÀdlich oder unter bestimmten Bedingungen vorteilhaft sein. In Keimbahnzellen entstandene VerÀnderungen können vererbbar sein; Mutationen in Körperzellen werden normalerweise nicht an Nachkommen weitergegeben.
Gentechnische Verfahren
Gentechnik nutzt Methoden, um DNA gezielt zu isolieren, zu verÀndern oder in andere Zellen einzubringen. Ein vereinfachtes Schema ist:
- GewĂŒnschtes Gen oder DNA-Abschnitt auswĂ€hlen.
- DNA schneiden bzw. vervielfÀltigen und in einen geeigneten Vektor einbauen.
- Vektor in eine Wirtszelle einbringen.
- Wirtszellen mit dem gewĂŒnschten Gen auswĂ€hlen.
- Genprodukt nutzen oder transgenen Organismus untersuchen.
Beispiel Bakterien: rekombinantes Insulin
Das menschliche Insulin-Gen kann in ein Plasmid eingebaut werden. Dieses rekombinante Plasmid wird in geeignete Bakterien eingebracht. Die Bakterien können anschliessend das gewĂŒnschte Protein herstellen. Das Prinzip wird in der Biotechnologie zur Produktion von rekombinantem Humaninsulin genutzt.
Beispiel Pflanze: Bt-Mais
Beim Bt-Mais wurde ein Gen aus dem Bakterium Bacillus thuringiensis eingebracht. Die Pflanze kann dadurch ein Protein bilden, das gegen bestimmte Frassinsekten wirkt. Bt-Mais ist ein Beispiel fĂŒr einen transgenen Organismus, also einen Organismus, dessen Genom durch die EinfĂŒhrung eines Gens aus einer anderen Art verĂ€ndert wurde.
đ Wichtige Begriffe
- Nucleotid
- Baustein der DNA aus Zucker, Phosphat und Base.
- komplementÀre Basenpaarung
- A paart mit T, G mit C in DNA.
- Replikation
- Verdopplung der DNA vor der Zellteilung.
- Transkription
- Ăbertragung der Information eines DNA-Abschnitts auf RNA.
- Translation
- Ăbersetzung der mRNA-Sequenz in eine AminosĂ€uresequenz am Ribosom.
- Codon
- Dreiergruppe von mRNA-Basen mit einer Information fĂŒr AminosĂ€ure oder Stoppsignal.
- Mutation
- VerÀnderung der genetischen Information.
- Vektor
- DNA-TrĂ€ger, der ein gewĂŒnschtes DNA-StĂŒck in eine Wirtszelle transportieren kann.
- transgener Organismus
- Organismus, dessen Genom ein eingefĂŒhrtes Gen aus einer anderen Art enthĂ€lt.
đ Zusammenfassung
- DNA besteht aus Nucleotiden mit vier Basen: A, T, G und C.
- Die DNA-Doppelhelix ist antiparallel und die Basen paaren sich komplementÀr.
- Bei der semikonservativen Replikation entsteht aus einem DNA-Doppelstrang zwei neue DoppelstrÀnge mit je einem alten und einem neuen Strang.
- Transkription erzeugt mRNA aus einem DNA-Abschnitt.
- Bei der Translation wird die mRNA an Ribosomen in eine AminosĂ€uresequenz ĂŒbersetzt.
- Mutationen können Basen austauschen, einfĂŒgen oder entfernen und dadurch die Proteinstruktur oder -funktion verĂ€ndern.
- Gentechnik kann gewĂŒnschte Gene ĂŒber Vektoren in Wirtszellen einbringen.
- Rekombinantes Insulin in Bakterien und Bt-Mais sind klassische Beispiele fĂŒr transgene Anwendungen.
â PrĂŒfungsfragen
- Welche Base paart in der DNA mit Cytosin? Welche mit Adenin?
â Lösung
Cytosin paart mit Guanin. Adenin paart mit Thymin.
- Warum wird die DNA-Replikation als semikonservativ bezeichnet?
â Lösung
Jede neu entstandene DNA-Doppelhelix enthĂ€lt einen ursprĂŒnglichen DNA-Strang und einen neu synthetisierten Strang.
- Die mRNA lautet 5'-AUG-GCU-AAA-UGA-3'. Beschreiben Sie die Bedeutung dieser Sequenz.
â Lösung
AUG ist das Startcodon und codiert Methionin, GCU fĂŒr Alanin, AAA fĂŒr Lysin und UGA ist ein Stopcodon. Im vereinfachten Modell entsteht daher eine Polypeptidkette aus MethioninâAlaninâLysin.
- Eine einzelne Base wird in ein codierendes Gen eingefĂŒgt. Warum kann die Mutation besonders grosse Auswirkungen haben?
â Lösung
Ist die Insertion nicht durch drei teilbar, verschiebt sich das Leseraster. Dadurch werden ab der Mutationsstelle andere Codons gelesen und hĂ€ufig eine stark verĂ€nderte oder verkĂŒrzte Proteinsequenz erzeugt.
- Beschreiben Sie in fĂŒnf Schritten, wie Bakterien zur Herstellung eines rekombinanten Proteins eingesetzt werden können.
â Lösung
GewĂŒnschtes Gen auswĂ€hlen, in einen Vektor wie ein Plasmid einbauen, Plasmid in Bakterien einbringen, geeignete Zellen auswĂ€hlen und diese kultivieren, sodass das gewĂŒnschte Protein gebildet und anschliessend gewonnen werden kann.